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Aktualisiert: 30.04.2012

 

 

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Urlaubs - Knigge für arabische Länder

 

So kann nichts schief gehen

Einfache Höflichkeitsregeln für die Begegnung mit dem Islam
Kulturelle Unterschiede machen Reisen in ferne Länder so reizvoll. Aber gerade fremde Sitten und Bräuche können für den unbedarften Urlauber zu peinlichen Benimm-Fallen werden. Damit Sie bei Reisen in islamische Länder nicht hineintappen, haben wir diesen kleinen Urlaubs-Knigge zusammengestellt.

Generell gilt für Touristen in islamischen Ländern: Seien Sie mit einer Berührung zur Begrüßung vorsichtig. Reichen Sie niemals die linke Hand - sie gilt als unrein. Eine arabische Frau wird nur dann mit Handschlag begrüßt, wenn sie die Initiative dazu ergreift. In manchen Ländern wird der Handschlag als unangebrachte Annäherung gesehen. Wobei diese differenzierte Betrachtung des Handshakes nicht nur für arabische Regionen gilt, sondern auch für manch' europäisches Land. In Großbritannien etwa wird die grüßende Hand nur selten spontan ein Gegenüber zum Handschlag finden.

Flanieren
Unschicklich für Touristen ist es in islamischen Ländern, beim Flanieren in der Stadt oder anderweitig in der Öffentlichkeit Händchen zu halten. Für moslemische Frauen gilt es als unehrenhaft, sich in der Abend- und Nachtzeit auf Straßen und Plätzen zu zeigen oder gar in ein Café zu gehen. Dort sitzen auch tagsüber überwiegend Männer.

Kleidung
Nach dem Koran dürfen bei muslimischen Frauen streng genommen nur Gesicht, Hände und Füße unbedeckt sein. In manchen Ländern und besonders in Städten wird das etwas lockerer gesehen. Touristinnen wird angeraten, folgende Kleidungsregeln zu beachten: kein zu weiter Ausschnitt, keine engen Hosen, keine kurzen Röcke und kein offenes Haar. Gut gekleidet - auch wegen der Wärme - ist "Frau" in etwas weiter geschnittenen Kleidern, die Arme und Beine bedecken. Auch männliche Urlauber in unpassender Kleidung, zum Beispiel in kurzen Hosen, löchrigen Jeans und mit nacktem Oberkörper, sind nicht gern gesehen.

Fotografieren
Taktgefühl beweist, wer Einheimische grundsätzlich um Erlaubnis bittet, bevor er sie fotografiert. Vor allem beim Fotografieren fremder Frauen ist Zurückhaltung angebracht, am besten verzichtet man darauf. Das gebietet schon die Achtung vor dem anderen Menschen und kann auch in Europa nicht schaden.
Die Reaktionen auf falsches Verhalten sind in den meisten Ländern gleich: Die Menschen geben sich reserviert bis unnahbar, geben keine Auskunft auf Fragen, die Hilfsbereitschaft sinkt - wie bei uns.

Moscheebesuch
Während der Hauptgebetszeiten, vor allem am Freitag, sind die Moscheen für Nichtmuslime geschlossen. In einigen Ländern dürfen sie grundsätzlich nicht in Moscheen. Wo es möglich ist, müssen auf jeden Fall die islamischen Bekleidungsvorschriften eingehalten werden: Arme, Beine und der Kopf sollen bedeckt sein. Alle Besucher ziehen am Eingang der Moschee die Schuhe aus - wie es Gott Moses auf dem Berg Sinai geboten hatte. Respektvolles Verhalten im Inneren sollte selbstverständlich sein - auch wenn die Moschee anders als eine Kirche kein geweihter Raum ist. Dazu gehört auch, nicht nahe vor betenden Menschen vorbei zu gehen, da man sich sonst zwischen sie und Gott stellt.

Handeln
Das Feilschen im Souk um den Preis einer Ware ist ein uraltes Ritual. Selbst wenn einem nach unseren Maßstäben der Preis günstig erscheint: Handeln muss sein. Wer nicht handelt, der zahlt den überhöhten Anfangspreis und zeigt sich so als arroganter und überheblicher Besucher. Der Käufer muss ein gutes Gespür haben, um heraus zu finden, welchen Preis der Händler wirklich erzielen will. Es gibt zwar die Faustregel, auf das erste Gebot mit einem Gegengebot von einem Drittel des Preises zu antworten und sich dann im Laufe der Verhandlungen bei der Hälfte zu einigen. Es kann aber auch sein, dass das mit 50 Dinar ausgezeichnete Umhängetuch nach 20 Minuten für nur drei Dinar den Besitzer wechselt.
Handeln ist eine ernsthafte Sache, aber kein Kampf. Es ist ein Ritual aus Komplimenten, Schmeicheleien und anrührendem Gejammer über den bevorstehenden Ruin, das durchaus den Charakter einer bühnenreifen Aufführung haben kann. Der Händler zieht zuweilen alle Register der Verkaufskunst. Dazu gehört auch die Einladung zu einem Glas Tee als Ausdruck arabischer Gastfreundschaft, ein Gespräch über das Heimatland oder über die Familie des potentiellen Käufers. Denn dabei kann der Händler wertvolle Informationen für Kaufargumente sammeln. Kommt es zu keiner Einigung über den Preis, verabschiedet man sich freundlich und höflich. So kann man das Spiel am nächsten Tag wieder aufnehmen. Meistens ruft der Händler den Interessenten aber zurück und besiegelt lachend oder mit gespieltem Ausdruck schweren Herzens das Geschäft.  (Zitat: Rainer Krause)


Nach den Regeln des Koran
Während das Schleiergebot nicht ausdrücklich im Koran genannt ist, ist das Verbot von Alkoholgenuss deutlich formuliert. In der Türkei gibt es viele Bars, in denen Alkohol ausgeschenkt wird, in Saudi-Arabien, in Libyen, im Iran und im Sudan dagegen ist Alkohol generell verboten. Die meisten Golfstaaten und die nordafrikanischen Länder gehen einen Mittelweg. In Restaurants und Hotels, die von Reisenden besucht werden, steht Alkohol auf der Getränkekarte. Lokale für Einheimische halten sich dagegen an die Regeln des Koran. Für Reisende ist das aber kein Freibrief: Mit der Bierdose in der Hand sollte sich niemand auf die Straße begeben.

 

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